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Roman: Nanto (angeli)

Nanto

1. Auf der Mauer
Gelangweilt machte er den letzten Schritt auf die Ballustrade zu und ließ seinen Oberkörper auf den glatten Stein sinken. Warum nur ist es in aller Munde das er die Kälte liebe? Innerlich fröstelnd wartend bis sich die Nerven seiner Unterarme an das Eis des schwarzen Marmors gewöhnten stand er da und sah hinab. Es war sein Herz das die Kälte schuf doch keineswegs seine Liebe. Wie sehr sehnte er sich nach dem Licht und allem was damit in Verbindung stand. Wie sehr zog es an ihm wenn er an die Vergangenheit dachte die ja in seinem Innersten vortlebte als wäre sie noch real und um ihn. Er haßte dieses Ziehen in seinem Nacken das Schmerz und eine Tonnenlast zugleich war. Verlust und Schmach waren seine größte Schande. Es bedeutete ihm nichts ein Herrscher zu sein. Es war ihm einerlei ob sie ihm alle zu Füßen lagen und seinen ach so ehrwürdigen Speichel leckten. Ihm bedeutete auch nichts die Macht so wie es bei den anderen Monarchen war. Nein all diese Dinge waren ihm Gleich. In seinem Herzen gab es nur noch einen Parameter, den Haß auf das verlohrene und auf all jene die Schuld an seinem Niedergang waren und jetzt und hier eben diesen feierten als sei er ein großes Lob und eine Gunst. Er fragte sich ständig und immer wieder wie sie es ertragen konnten. Wie war es für sie nur möglich in all diesem Dreck der Fäulnis und dem Grauen um sie herum das Elysium zu sehen? Erkannten sie denn nicht das ihr Weg wie auch immer sie es anstellten im alles vernichtenden Loch des großen Untergangs enden würde? Und er wußte was sie nicht zu wissen schienen. Der Name dieses großen Loches war Stolz und Eitelkeit!
Mit der Hand seines von der Kälte verkrampften linken Armes fuhr er sich durch die schwarzen Haare und stützte dann sein Kinn darauf. Träge wanderte sein Blick über die Gebirgsformationen unter ihm. Er war ganz oben. So würden es seine Vasallen sehen. Er, der große Adler, hatte diese Festung geschaffen. Sie verstanden nicht das es ein Gefängnis war. Sie würden nie verstehen. Als er damals im ersten Kreissaal gestanden und voll Haß und ohne Reue seine Reden gehalten hatte waren sie alle aufgestachelt und bestärkt in ihrem eigenen Sinnen gewesen denn er kannte sie gut all die Krämerseelen und Verkannten und auch heute noch hatte es keiner gemerkt das er sie doch nur benutzte sein Gefängnis und damit auch das ihre zu bauen.
Vor langer Zeit ward einmal sein Bruder zu ihm gekommen. »Sie lieben Euch denn Ihr seid ihr Fürst doch ich liebe Euch da Ihr mein Bruder im Sinnen und im Herzen seid!«
Er hatte damals nur mit dem Kopf geschüttelt denn er wußte das sein Bruder einer der klügsten war der noch lebte und viel klüger als er selbst und damit wußte er auch das es nur eine Macht gab die stärker ward als die der Weisheit und des Wissens – es war die Macht der Selbstverblendung!
Seine Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf das was unter seinen Mauern lag. Dort unten gingen sie ihren Werken nach. Und was für Werke waren dies? Es drehte sich alles um die Erhaltung wie es vom Anbeginn der Zeit für all jene war die das ware Ziel aus den Augen verloren hatten. Wusste er das wirklich? Oder belog auch er sich? Er wollte doch auch leben oder wäre es ihm lieber gewesen man hätte ihn endlich dort unten tief unter diesen Mauern in den längst für ihn geschaffenen Steinsarkophag legen können? Er hatte dieses Ding aus dem Stein schlagen lassen um es jederzeit mit Spott überziehen zu können doch war ihm das nur nach außenhin je gelungen. In seinem Herzen empfand er nur einen tiefen Eckel vor den Würmern der Erde.
Dort unten, weit entfernt und von den Nebeln der Tiefe verdeckt wußten sie nichts von der gespaltenen Seele ihres Fürsten. Für sie war er eine Institution der Macht und Stärke und er war ihr Antrieb für all die Taten deretwegen sie hier weilten.

2. Immernoch auf der Mauer
Leise Schritte näherten sich ihm. Er brauchte sich nicht umzuwenden um zu erkennen wer da zu ihm trat. Er kannte ihren eleganten Gang, die samtweichen Geräusche die ihre nackten Fussohlen auf dem kalten Stein erzeugten wenn sie das wollte und er kanne ihren feinen Wohlgeruch der sein Herz nur noch schwerer werden ließ.
Es war seine älteste Schwester Mahalath die er liebte wie seine eigene Seele und damit haßte er sie auch gleichermaßen.
»part pat Till giúpat zaran set Heven Mahalath«, kam er ihr mit der offiziellen Begrüßngsformel zuvor denn dem Protokoll und der Sitte nach wäre es an ihr gewesen ihn zuerst zu grüßen nachdem sein Blick ihr dies erlaubt hätte. Doch heute scherte er sich wie so oft nicht um die Sitten die er im Grunde doch alle selbst geschaffen hatte.
Sie kniete nieder und berührte seinen linken Fuß mit der Stirn und flüsterte dann ihrerseits den Gruß unter sich nahestehenden: »part pat Till giúpat zaran set Horem Utan.«
Niemals würde er einem anderen erlauben ihn derart anzusprechen. Keiner würde es wagen seine Tittel unausgesprochen zu lassen. Sie hatte ihn nur gegrüßt und Herr genannt. Fürst Utan. Nicht den Großen Falken, den ehrwürdigen Adler oder den Stier. Sie hatte ihm auch nicht sein Reich zugestanden, den Norden oder ihm seine Macht angehängt. Herr der Finsternis, Herr des Nordens, Herr der Herrlichkeit oder das Hasses wie auch immer ihn seine Vasallen zu nennen hatten. Doch ihren Worten fehlte es nicht an Respekt und das wußte er. Doch selbst wenn es so gewesen wäre – hier und jetzt wo er sich im inneren derart erbärmlich fühlte – was hätte es getan?
Er entzog ihr seinen Fuß und drehte sich zu ihr um. Allein diese Geste war ein Zeichen ihres Standes ihm gegenüber. Sie hatte sich verrenken müssen um ihre Stirn auf seinen Fuß drücken zu können.
Nun stand sie auf. Ihre samtene schwarze Haut war wie die der großen Raubfische der Ozeane und ihr geschmeidiger Leib ließ nichts von der Kälte erkennen die ihren Bruder so sehr beugte.
»Heven, Ihr seht zweifellos das euer Monarch ein wenig unpäßlich ist. Kommt ein andermal und erfreut mich mit euren Weisheiten.«
Er nannte sie immer ›Heven‹ was Schwester heißt. Auch ihr standen Titel zu doch aus seinem Mund war diese Art der Vertraulichkeit keine Schande sondern eine Liebkosung zu der ihn wohl die meisten Geschöpfe seines Reiches gar nicht für fähig hielten.
»Gerade wegen dieser Unpäßlichkeit bin ich hier lieber Fürst«, gab sie flüsternd zurück.
Sofort verspührte er dieses klitzekleine aufkeimen der Wärme in seinem Herzen das immer dann da war wenn Malahath ihm auf all seine Aussagen antwortete als sei das Gesagte der Text eines Liedes dessen Melodie vor langer Zeit vergessen ward und nun wieder neu erschaffen wurde.
Er lächelte frostig und verschränkte in einer abwehrenden Geste seine kräftigen Arme. Sie war so ganz und gar nicht wie die anderen Geschöpfe seines Reiches. Ihr Stolz war Schläue und ihr Sanftmut konnte niemals ihre Klugheit verschleiern. Mit einem Ruck wandte er sich von ihr ab und wieder der diesigen Schwärze unter seinen Mauern zu. Weit unter ihm lagen die Schiffe der Fürsten die er zur großen Ratsversammlung geladen hatte. Hohe, reiche und mächtige Männer und Frauen deren politische Ansichten für ihn wichtig hätten sein müssen ihn aber in Wahrheit kalt ließen. Nur noch seltenst scherte er sich um ihre Belange und noch seltener nutzte er seine intuitieve Fähigkeit durch ihre Augen zu sehen um zu erkennen was sie gerade taten. Eine Verlockung die da an ihm zog. Was wohl die kleine Prinzessin des Grafen von Sorokka’tshul gerade tat? Er konzentrierte sich aber es war sehr schwer gerade ihren glimmenden Geist aus dem gewimmel der Astralen Gespinste zu erkennen. Gerade wollte er seine Konzentration vertiefen als seine Schwester ihre lange schmale Hand auf seine linke Schulter legte.

3. Immernoch dort
Fast erschrocken gar griff er in einer gespielt väterlichen Geste nach ihr und drückte sie dann vor Scham lächelnd. Dann wandte er ihr sein Gesicht halb zu und nickte ernst.
»Laßt doch einen alten Mann seine Möglichkeiten nutzen.«
Er konnte ihr Gesicht nicht sehen denn sie trug eine Helmmaske und dies schon seit sehr langer Zeit. Warum nur, fragte er sich denn bei ihr konnten seine Kräfte doch nicht wirken. Sie war wie er, ungeboren und keineswegs eines seiner Kinder mit deren Seelen er so leicht zu spielen vermochte.
»Das tue ich Bruder«, gab sie ruhig und mit leisem Humor in der Stimme zurück. Doch dann wurde sie ernster und fügte hinzu: »Das ist es doch nicht was ihr wollt oder? Es ist nicht diese flüchtige Sache des kleinen schnellen Sieges der euch nichts gibt außer weitere Bahnen denen euer müder Geist Kreis um Kreis folgen muß.«
Sie machte eine Pause und lehnte sich wie er zuvor auf die Ballustrade und es war als blicke nun auch sie in die Weite was aber von der augenlosen Maske unmöglich gemacht wurde.
Sah sie im astralen Gefüge, fragte er sich und folgte ihrem imaginären Blick. Er wußte es nicht.
Dann erhob sie wieder ihre Stimme: »Ihr glaubt ihr drehet euch im Kreise aber es ist eine Spirale der ihr hinterdrein hetzt, so sreche ich denn ich teile diese Spirale mit euch. Laßt nicht zu das alle Punkte auf eurem Weg immer wieder gleich sind und nichts zu euch zu dringen vermag das ihr lieben könnt!«
»Aber ich bin der Herr des Hasses,« versetzte er und wollte noch hinzufügen das er sich an die Bedingungen der Elemente halten müsse wie das niedrigste seiner Geschöpfen doch er schwieg.
»te, ihr habt natürlich recht, doch ihr und ich wir wissen beide aus erster Hand wo es hingeht wenn man sich in diesen Bedingungen so sehr verstrickt das man das wesendliche unseres Vortbestehens aus den Augen verliert und ich sage euch: ihr mögt der Herr des Hasses sein aber ich höhre auch die Stimmen derer die euch lauthals den Liebhaber des Lachens nennen – Takama!«
Wie gerne hätte er sie einfach in einer Geste der Zuneugung umarmt aber die Kälte seines Herzens verhinderte dies. Er war böse mit der Welt. Zuweilen war dieses Gefühl so stark das er nichts anderes mehr finden konnte das ihn davor beschützte. In solchen Zeiten half ihm auch keine auch noch so schlaue und einfühlsame Schwester denn er war nicht nur Herr von Haß, Finsternis und all dem wimmelnden Dasein hier, nein er war auch noch zu allem Überfluß ein schrecklich sturrer Bock!
So schickte er sie zu dieser Zeit fort und sie gehorschte natürlich. Sie wußte das sich die Zeiten auch wieder ändern würden. Aber würde es so sein das die Fürsten des Abgrundes weniger von ihrem Monarchen verlangen würden? Würde er ...


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