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large - Animals/Nature
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Bäreneuphorie -3-

Berlin im Eis(bär)-Rausch

.
1998.
Frau Eisbär war 12 Jahre alt und im Zoo.

Das Haus im Zoo war sehr schön, hell und groß. Pfleger, Trainer, Ärzte, alle sehr nett, kümmerten sich ganz rührend um sie.
Das war sie nicht gewohnt. Was ihr aber richtig fehlte, war der Zirkus. Die bunten Lichter,
die vielen Kinder, die immer so herzlich gelacht und geklascht hatten.
Der Clown
- und der Chef- er tätschelte immer ihren Schenkel -.
Der Streß, ihr eigenes Leben, der Trubel, fehlten ihr.

Im Zoo herrschte ihrer Meinung die Lebensart
" leben lassen und bedient zu werden ".

Ihren Lebensunterhalt brauchte sie nicht verdienen, sie wurde umsorgt.

Langweiliges Paradies.
Frau Eisbär fand im Zoo schnell neue Freunde.

Bernhard + Bianca,
2 Schabrackentapire.
Sie sehen Schweinen ähnlich. Die zwei sind meist gut gelaunt.

Das Alpenmurmeltier Bernhard.
Er hat ein eigenes Bergmassiv in Miniatur.
Er ist ca. so groß wie ein Dackel und macht sich nicht viel aus Menschen.

Ernie.
Das ist ein putziges Erdmännchen. Wenn die Sonne scheint, steht er auf seinem Sandhaufen und schaut in die Weltgeschichte. Hin und wieder linzt er zu Frau Eisbär. Beide grinsen dann ganz breit.

Ein Kaiman namens Ferdinand hat ein begrüntes Planschbecken
als Wohnung.
Meist liegt er so da und erfreut sich seines Daseins.

Der Vogel Strauß
lebt in einem umzäunten Raum im Freien. Er hat keinen Namen.

Der Flamingo wurde im Sommer 2006 geboren. Fußball-Weltmeisterschaft. Deshalb gab man ihm den Namen " Klinsi ".
Er lebt in einem Park im Zoo und Frau Eisbär findet ihn hübsch mit seinem rosa Gefieder.
Er stolziert wie ein Modell auf dem Laufsteg.

Einen gab es da noch.
Einen Eisbärmann.
L a r s .
Er war sieben Jahre jünger als sie. Das machte gar nichts.
Sie war in ihn verliebt und schon eine zeitlang mit ihm befreundet.

Die Singlebörse bot nicht viel Auswahl, sie hatte Glück mit Lars.
Bevor sie die Augen öffnete morgens dachte sie nur an ihn. Ihr Leben drehte sich nur noch nach Lars.
Ihm schien es genauso zu gehen. Sie waren verrückt nacheinander.

Frau Eisbär wollte ein Baby und mit dem 20. Lebensjahr ca. endet ihre Fruchtbarkeit.

Andere Zoobewohner bekamen Nachwuchs und die Kleinen waren immer so süß.
So zerbrechlich, so unbeholfen, so hilfebedürftig.

So
" etwas "
wollte sie auch.
Okay, sie durfte nicht jeden Nachwuchs ansehen.
Sie begnügte sich mit "Cheep-Cheep" und "Pieps-Pieps", erfreute sich daran.
Sie verstand zwar nicht genau, warum sie nicht an die Käfige der Papageien oder Strauße durfte, aber sie akzeptierte es.
In ihren Träumen sah sie sich mit ihrem Nachwuchs auf der Terasse liegend, die Sonnenstrahlen auffangend.
Ach, mmmhh!
Vielleicht wäre eine Schwangerschaft in der Geborgenheit des Zoos gut. Keine Hektik, keine Akrobatik.
Und mit Lars konnte sie sich "eine kleine Familie" besonders toll vorstellen.
Während sie ihren Gedanken nachhing, tappste er auf sie zu, freudestrahlend, hintergründig grinsend-
seine Grübchen kamen so immer zum Vorschein -.

Lars versprühte immer gute Laune. Seine Zärtlichkeiten ließ er sie andauernd spüren.
Manchmal wurde es ihr schon zuviel, besonders, wenn sie ihre "Rührmichliebernicht-an-Tage"
hatte.

Grundsätzlich war es ihr aber schon recht so.

Eine Zeit schon plagten Frau Eisbär Magenschmerzen.
Sie sollte den Arzt doch aufsuchen.

Die Betäubung haßte sie mehr, als die Untersuchung - Schlauchschlucken -.

Sie kam wieder in die Realität zurück.
Der Arzt,
der Pfleger
und eine Arzthelferin standen vor ihr, grinsten in ihr Gesicht wie "Honigkuchenpferde".

Was haben Die denn?
Nen Schnaps getrunken?
Leichte Schleier verhinderten einen klaren Blick.
Frau Eisbär schüttelte sich, um die Bilder, die diese Gesichter boten, zu sortieren.
Nichts veränderte sich, waren sie in den Jahrhundertschlaf
gefallen?

Sie wollte gehen und die Gesichter einfach stehen lassen.
Jetzt redete der Arzt.
Frau Eisbär glaubte nicht, was er sagte,
er sollte doch den Magen untersuchen. Höflich machte sie ihren Knicks, hörte sich
Danke
sagen, war endlich draußen. Sie hatte tierischen Hunger,
freute sich auf ihr Frühstück. Brötchen mit Sahnequark und oben drauf dick Konfitüre,
war ihr Lieblingsfrühstück.
Nutella
war auch mal gut.
Abend wars.
Sie lauschte ihrer Musik.
Lars spielte heut mit Freunden Karten.
Sie hatte Freizeit -
für sich.
Sie suchte die alten Photos raus,
erinnerte sich an die Zeit im Zirkus.
Die
"guten alten Zeiten".
Sie schlüpfte in die Gegenwart, stand vor dem Spiegel, erinnerte die Worte des Arztes,
sah in das Gegenüber,
ganz tief.

Sieht man schon was?
Auch ein Arzt kann sich ja irren.

Was ?
wenn es doch stimmt?
Sie warf sich auf die Couch, sah fern.
Ihre Augen wollten immer zuklappen.
Mit Mühe kämpfte sie dagegen an.
Ihre Augenlider gewannen.
Sie blieben verschlossen.
November war es.
Schön.
Frau Eisbär tollte in der "frischen Luft". Ihr kuschliger Mantel fühlte sich richtig gut an und das allerschönste war,
der war so herrlich weit,
da fiel das eine oder andere Gramm Speck auf den Rippen nicht auf.
Lars hingegen blickte schon kritischer auf ihre barocken Rundungen.
Bei Blicken blieb es nicht immer. An einigen Stellen vergnügte ihn das Mehr an Masse.
Aber am Bauch fand er es nicht komisch.
Seine Bemerkungen - sie könne ja mal über eine Diät nachdenken - oder der gutgemeinte Rat, sie sollte mal zum Arzt gehen.
Was sie persönlich traf: er besuchte jetzt eher öfter seine Freunde allein
- ohne sie.
Das mißfiel ihr.
Gemeinsame Aktivitäten schrumpften auf ein Minimum.
Zu Videoabenden, Kartenspielen oder Spaziergängen dürfte sie mitgehen. Squash, Volleyball
oder Schwimmen
war Lars allein vorbehalten.
War es ihm peinlich, weil sie ein wenig runder geworden war.

Mußte sie gar eifersüchtig sein auf die andere Eisbärdame?

Doch,
sie fühlte sich jetzt schon irgendwie "abgeschoben".
Sollte sie es ihm beichten?

Es war sowieso "gemeinsames"
Wochenende geplant.
Picknick war verabredet. Anschließend ein Kurztrip nach Hamburg zum Fischmarkt.
Frau Eisbär freute sich.
Sie hatte Essen vorbereitet.
Lars war nicht immer pünktlich. So auch heute.
Sie zupfe sich schnell die eine Augenbraue - die andere war schon perfekt.
Es klingelte.
Oh, nur 8 Minuten zu spät. Schuhe fehlten ihr noch. Mmmh.
Bequem mußten sie sein, laufen war angesagt.
Die sind gut, nein,
lieber die.
Die passen besser zur Tasche.
Lars stand vor ihr.
Küßchen, drücken,
Jacke aufs Sofa werfen
hinschmeißen.
Das alltägliche Ritual.
Ein Gespräch über dies und das, jeder einen Kaffee in der Hand.
Lars ergriff das Wort, er müsse zu seinen Eltern, dem Vater beim Ausbau der Garage helfen, der Trip nach Hamburg muß verlegt werden. Frau Eisbär wußte, das heißt: sie ist am Wochenende allein - nach dem Picknick -.

Normaler Weise nahm sie solche Meldungen hin und plante ihren Tag um.
Heute kamen völlig ungewollt Tränen aus ihren Augen geschossen.
Sie rannte ins Bad in der Hoffnung, er habe sie nicht bemerkt.
Falsch.
Wie ein Hündchen an der Leine kam er angeschossen, nahm sie in den Arm, tröstete sie.
Die Baufirma habe den Vater versetzt und wenn er helfe, könne Vater Geld sparen.
Schlagende Argumente direkt in ihr Gesicht.
Das mußt du doch verstehen, kam als Nachsatz.
Frau Eisbär fing sich.
Ich weiß auch nicht, warum ich plötzlich heulen muß, sagte sie. Gemeinsam, er sie umschlingend, im Zimmer stehend, hörten sie das Telefon. Frau Eisbär nahm ab, der Vater von Lars, ob er dort sei. Sie reichte das Telefon weiter. Er sprach kurz. Dann ging' s los zum Picknick. Sie fanden eine passende Wiese. Beim Öffnen der Box mit den Bouletten kugelten einige heraus. Wie zwei Hündchen schnupperten sie ihnen hinterher und vorsichtig legten sie sie zurück. Sie lachten laut los.
Er fütterte sie mit Trauben. Sie schob ihm Petit fours in den Mund.
Sie begann:
Ich muß mit dir reden.
Ich weiß, du willst mir sagen, dass du mich liebst -
ich dich auch. Das weißt du doch.
Nein. Es ist so.
Ein Geräusch hinter dem Baum ließ die Worte in ihrem Halse ersticken.
Was macht ihr denn hier, brummte eine Stimme.
Sie zuckten zusammen.
Packt eure Sachen ein und verschwindet. Das ist meine Wiese.
Beide blickten in ein völlig rotangelaufenes, grimmiges Gesicht mit massigem Bartwuchs.
Dieser Waldschrat war so häßlich und so wütend.
In 3 Sekunden packten sie Nahrung, Besteck und Decke zusammen und nahmen die Beine in die Hand, rannten wie der Wind. Lars stolperte über eine Wurzel.
Sie reichte ihm die Hand und Beide konnten ihn schimpfend hinter ihnen herrufen hören: laßt euch nie wieder hier sehen, sonst passiert was.
Sie rannten eine ganze Weile bis sie zu der Straße kamen. Sie wußten, dass sie hier in ...


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