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Vlad Dracul

Dracula

1. Die Wallachei
Im Mittelalter gabe es auf dem Gebiet des heutigen Staates Rumänien Fürstentümer, die eine gemeinsame Sprache und Herkunft hatten: Das Rumänische stammt vom lateinischen Dialekt der römischen Provinz Dakien ab. Durch Vermischung der dakisch-römischen Bevölkerung mit slawischen Stämmen entstanden die Walachen (von slawisch Vlachen). Gegen Ende des 13. Jahrhunderts, als das oströmische Imperium mit seiner Hauptstadt Konstantinopel schon zu bröckeln begann, wurden viele Bewohner der westlichen Provinzen von den Magyaren (Ungarn) vertrieben. Sie besiedelten den Süden und Osten der Karpaten und gründeten dort das Fürstentum Walachei, das im Norden an Transsylvanien und Moldawien (das Fürstentum Moldau, das sie später gründeten), im Osten ans Schwarze Meer und im Süden an Bulgarien grenzt. Regiert wurden die Fürstentümer von den einheimischen Wojewoden (von russisch voevoda: 'Führer einer Armee'), die häufig die Oberhoheit der Könige von Ungarn oder Polen anerkennen mußten. Der erste Führer bzw. Fürst der Walachei war der Dynastiegründer Basarab der Große (1310–1352); sein Nachkomme Vlad III Dracula war der letzte walachische Fürst, der seine Unabhängigkeit gegenüber der sich ausdehnenden türkischen Großmacht halbwegs behaupten konnte.

2. Kriege und Bürgerkriege
Draculas Name ist mit den zahlreichen Kriege des späten 15. Jahrhunderts verbunden: Im Inneren tobte im ein blutiger Machtkampf zwischen zwei Fraktionen des bessarabischen (auf Basarab zurückgehenden) Herrscherhauses um die Fürsten- bzw. Wojewodenwürde, den schon Draculas Vater, Vlad II Dracul, durch Verwandtenmord für sich entscheiden konnte; außenpolitisch lavierte das Land zwischen zwei Großmächten: im Norden und Westen den Magyaren und im Osten den Ottomanen, die 1453 Konstantinopel eroberten.
1442 verhielt sich Vlad II während einer türkischen Invasion Transylvaniens neutral. Nach ihrem Sieg zwangen ihn die Ungarn zur Strafe mit seiner Familie zur Flucht aus der Walachei und ernannten Basarab II, ein Mitglied des gegnerischen Danesti-Clans, zum Fürsten. Schon 1443 aber eroberte Vlad II den Thron mit türkischer Hilfe zurück und mußte fortan alljährlich Tribut und junge Rekruten für die Elitetruppe des Sultans, die Janitscharen, entsenden. 1444 schickte Vlad II sogar seine beiden jüngsten Söhne als Geisel nach Adrianopolis, wo Dracula, der jüngste, bis 1448 blieb.
Als der ungarische König Ladislas Poshumous 1444 mit einem Kreuzzug versuchte, die Türken nach Kleinasien zurückzudrängen, entsandte Vlad II nur seinen ältesten Sohn Mircea und kam ansonsten seiner Verpflichtung als Ritter des Drachenordnes nicht nach. Nach der vernichtenden Niederlage der Ungarn bei Varna verfolgten diese Vlad II rachsüchtig; 1447 wurde er von illoyalen Bojaren (walachischen Adligen) getötet und sein Sohn Mircea lebendig begraben.

Nach dem Tod seines Vaters wurde Dracula von den Türken entlassen und gelangte erstmals im Oktober 1448 mit ihrer Hilfe auf den walachischen Thron, wo er sich aber nur zwei Monate halten konnte: Der rivalisierende Clan der Danesti verdrängte ihn mit ungarischer Hilfe. Nach drei Jahren des Exils in Moldau mußte Dracula erneut fliehen, es gelang ihm aber, sich mit den Ungarn zu versöhnen und zu verbünden: 1456 tötete er den regierenden Danesti-Fürsten Vladislav II und gelangte zum zweiten Mal an die Macht. Zeitgleich jedoch hatten die Ungarn bei Belgrad eine weitere Niederlage einstecken müssen, so daß er wieder ohne Verbündeten war.
In seiner sechsjährigen Regierungszeit in Tirgoviste begründete er seinen Ruf. Unerbittlich und zunächst durchaus erfolgreich versuchte er, sein Land gegen die mächtiger werdenden Ottomanen zu verteidigen, mußte aber mangels ungarischer Unterstützung 1462 nach Ungarn fliehen. Statt der erhofften Hilfe wurde er jedoch zwölf Jahre lang vom ungarischen König Matthius Corvinus gefangengehalten: Dieser wünschte vorläufig Ruhe in der Grenzregion. Vermutlich auf Initiative des ungarischen Königs erschien ca. 1463 in Wien sogar ein Propaganda-Flugblatt mit dem Titel Histori von dem posen Dracol, das wohl der Rechtfertigung der Haft dienen und das Bild Draculas für Jahrhunderte prägen sollte. Während seiner Gefangenschaft regierte Draculas jüngerer Bruder, Radu der Schöne, die Walachei. Als er 1474 oder 1475 starb, ernannte der türkische Sultan ein Mitglied des Danesti-Clans, Basarab den Älteren, zum Fürsten.
1476 jedoch hatte sich Dracula die Unterstützung des ungarischen Königs sichern und sogar in seine Familie einheiraten können und fiel mit Unterstützung aus Moldavien und Transsylvanien in die Walachei ein. Die drei Alliierten vertrieben Basarab, und Dracula gelangte im November 1476 erneut auf den Thron. Nachdem sich die Transsylvanier in ihr Land zurückgezogen hatten, überrannten jedoch die überlegenen Türken Draculas kleine Armee im Dezember desselben Jahres. Er wurde getötet und enthauptet, und der Sultan ließ seinen Kopf in Konstantinopel aufspießt zur Schau stellen.
Angeblich hatte zu Draculas Niederlage auch ein Mangel an Unterstützung durch den walachischen Hochadel (die Bojaren) beigetragen, die er ihrer Rechte beraubt, mit zahllosen Grausamkeiten verfolgt und dezimiert hatte. Nach anderen Berichten hatte sich auch die drangsalierte Bauernschaft von ihm abgewandt.

3. Draculas Grausamkeiten
Vlad III Dracula regierte und führte Krieg mit einer für uns unfaßbaren Grausamkeit. Politische Gegnern und Kriegsgefangenen, aber offenbar auch unbotmäßige Landbevölkerung ließ er blenden, bei lebendigem Leibe skalpieren, häuten oder kochen, erwürgen, verbrennen oder wilden Tieren vorwerfen, oder er ließ ihnen Nägel in die Köpfe schlagen, Nasen und Ohren, Arme und Beine abschneiden etc. Seine bevorzugte Folter- und Tötungsmethode aber war das Pfählen: Ein geölter und nicht zu spitzer Pfahl wurde – meist zwischen den Beinen – so langsam durch den Körper getrieben, daß der Todeskampf möglichst lange dauerte. Kleinkinder wurden manchmal auf Pfähle gespießt, der ihren Müttern durch die Brust geschlagen worden war.
Das Pfählen brachte Dracula zumindest posthum einen weiteren Beinamen ein: Er wurde auch "der Pfähler" bzw. im Englischen "the Impaler" genannt.

Die meisten seiner Opfer waren die sächsischen Kaufleute und Bojaren Transsylaniens und der Wallachei, die entweder wirtschaftlich und politisch zu mächtig zu werden drohten oder gar mit dem jeweiligen Feind paktiert hatten; es waren Mitglieder des Hochadels gewesen, die seinen Vater und älteren Bruder ermordet hatten. Der Grund oder Vorwand seines Terrorregimes war also überwiegend ein innenpolitischer wie auch persönlicher: Er wollte sich rächen und zugleich einen zentralistischen Staat durchsetzen, den er mit loyalen Anhängern regieren konnte. Ein dritter Grund war Kriegstaktik: Als z. B. im Jahre 1461 der Eroberer Konstantinopels, Mohammed II, außerhalb Drakulas Hauptstadt Tirgoviste 20.000 gepfählte Leichen sah, übergab er das Kommando angewidert an Untergebene und kehrte in seinen neue Hauptstadt zurück. Der letzte Grund lag sicherlich in der krankhaften, perversen und sadistischen Persönlichkeit Draculas, der insofern vielleicht zugleich Opfer und Täter seiner gewalttätigen Zeit war.

4. Draculas Ruf
Seinen Ruf hatte Dracula in seiner sechsjährigen Amtszeit begründet, sein Bild in der Geschichte wurde aber natürlich auch durch jene geprägt, die seine Geschichte nach seinem Tode erzählten und weitergaben. In den ersten Jahren waren es vor allem deutsche und russische Flugblätter, die als Vorläufer einer späteren Sensationspresse über die Grausamkeiten des fernen Herrschers berichteten. Die deutschen wie die russischen Pamphlete gleichen sich so sehr in den Details, daß diese vermutlich einen wahren Kern haben; während aber die deutschen Berichte Dracula als sadistisches Monster darstellen, erscheint er in russischen Berichten eher als grausamer, aber gerechter Herrscher, der sich – wie der Zar in Rußland – gegen den Adel durchzusetzen trachtete.

In der rumänischen Folklore lebt Dracula als Herrscher fort, der zwar grausam und unberechenbar war, aber sein Volk vor der Unterdrückung durch die Bojaren, gegen die deutschen Kaufleute und vor allem die Türken zu schützen suchte. Auch erscheint er dort als unerbittlicher Kämpfer gegen Unehrlichkeit und Verbrechen. Zahlreiche Geschichten belegen diese Tugenden: So soll er in seiner Hauptstadt einen goldenen Becher öffentlich aufgestellt haben, den aus Angst niemand zu stehlen wagte. Nach einer anderen Geschichte waren einem ausländischen Kaufmann Goldmünzen gestohlen worden. Dracula ließ sie in der Nacht ersetzen und eine Münze hinzulegen. Am nächsten Morgen berichtete der Kaufmann, er habe nun einen Dukaten zu viel. Als der Dieb gefaßt war, ließ ihn Dracula pfählen und dem Kaufmann mitteilen, dieser hätte dasselbe Schicksal erlitten, wenn er den überzähligen Dukaten verschwiegen hätte.

Als Bram Stoker 1897 seinen Dracula schieb, hatte der Vampir-Mythos den Balkan und Ungarn schon 200 Jahre lang heimgesucht und sich auch nach Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und England und in die Neue Welt ausgebreitet. Zunächst durchaus ernstgenommen, wurde er später als Aberglaube abgetan. Da Bram Stoker seinen Roman in der Ursprungsregion des Vampirismus ansiedelte, bot sich eine Identifikation des Vampirs mit der Person des berüchtigten walachischen Herrschers durchaus an. In anderen Vampir-Geschichten und in der rumänischen Folklore gibt es diese Verbindung jedoch nicht. Erst recht nicht gibt es eine Verbindung Draculas mit Fledermäusen, sieht man von drei Arten ab, die in Mittel- und Südamerika nachts an Rindern Blut lecken: Draculas Spitzname war das Wappentier seines Vaters: der Drache ...



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