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Bussphären

Momente eines Hundelebens


Es gibt ja immer so Vieles... Es gibt Fluch, es gibt Segen, es gibt Hunde, ja, und Senioren gibt es auch.

Ich habe nichts gegen Senioren, nicht grundsätzlich, da ich mich im Allgemein als Freund der Menschen, ja, ich gehe soweit zu behaupten der Menscheit, obwohl es einem beide, Menschen und Menschheit, falls es da etwas zu differenzieren gibt, nicht immer eben leicht machen, verstehe... Aber es gibt so gewisse Verhaltensweisen, die mag ich weniger, die bringen mich dann schon auch mal, rein innerlich, gegen Menschen auf, auch wenn es Senioren sind, gegen die ich ja gar nichts habe, nicht grundsätzlich jedenfalls...

Was also diesen Moment angeht, so ist's so, dass ich in einen Bus einstieg, ein öffentliches Verkehrsmittel, hier, in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. Ich betrat das Gefährt an einer Endhaltestelle, dort als, wo es immer dauert, bis der Bus losfährt, da der Fahrer noch einige Minuten Pause macht, bis es losgeht. Solange ist's dann im Bus - still...

...besser gesagt, es könnte still sein, ist's aber dann doch nicht immer, denn schließlich lebe ich in modernen Zeiten und in der Stadt, da ergebn sich für Schallwellen jedwerder Art, Natur und Herkunft jede Menge Möglichkeiten zum Entstehen und Ausbreiten. Der Bus selbst machte gerade keinen Geräusche, auch die Insassen, selbst dieses vierbeinige Gesamtkunstwerk auf dem Boden, machten keine Geräusche, es war Silvester, es war still, es war kurz vor halb Fünf...

Bis!!! Ja, bis die Dame, zu deren Füßen sich das erbarmungswürdig zitternde Bündel Fell befand, einer Eingebung folgend ihre Hand zur Handtasche bewegte und daraus etwas hervorzog, was ich gerade erst beworben, jedoch noch nicht in Wirklichkeit sah, ein Mobiltelefon für Senioren!

Ja, nun gibt's bestimmt Segnungen, ich deutete es in der Einleitung bereits an, Segnungen der Menschheit, zum Beispiel ein Telefon, ein mobiles zumal, dessen Wiekungsweise und Funktionalität von älteren Menschen auch ohne große Vorkenntnisse verstanden wird, das gehört sicherlich zu den Errungenschaften, die man nicht missen sollen will oder so ähnlich...

Aber da, dann legte die gute Dame an, ans Ohr nämlich, das Telefon, öffnete ihre lippen, bewegte die Zunge und verlieh ihrer Muskelarbeit mit Hilfe des Atems Stimme, die in das Telefon tönte, von dort über den kurzen Umweg eines oder mehrerer Satteliten, dann ins Ohr eines weiteren glücklichen Besitzer eines Telefons... Ein Gespräch, an dem sie ihre Umwelt freudig teilhaben ließ, von solch tiefschürfender Betrachtung und Einsicht im Inhalt - etwa der Hinweis, dass sie, ja, im Busse sitze, dass, selbstverständlich, ja, auch der Hund sie begleite, und wie, was hast Du gesagt, nein, abere die hat doch, ja, das macht die immer, ja, und mit der auch, ja... -, es keimte in mir der Wunsch, ja, er Wuchs binnen kürzester Frist zu einem wahren Riesengewächs, es möge doch wieder ausschließlich für Senioren inkompatible Telefone für Draußen gebaut...

Doch, wer weiß, manches Mal telefoniere ich vielleicht ähnlich, dann höre ich mir aber nicht so direkt zu, da ich ja mit denken beschäftigt bin, wenn ich das von Zeit zu Zeit vor dem Oralisieren meiner Mitteilungen tue, und wurde doch ein wenig milder gestimmt, als der Busfahrer, offenbar des Wortschwalls und seiner monolithischen inhaltlichen Größe überdrüssig, den Motor schon eine Minute vor der Abfahrt anwarf und somit tatsächlich ein rasches Ende des Gesprächs herbeiführte...

Und doch, normalerweise rührt sich in mir eher eine Gedanke, der mich an Lächerlichkeit gemahnt, sehe ich solche eingepackten Hunde... Dieser hier tat mir fortan leid, ohne dass ich genau zu sagen wüßte, warum...



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