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rosa

Allein oder nicht


In der Küche brannte Licht. Das tat es immer, wenn es, erstens, zu finster , zweitens jemand in der Küche war und drittens dort etwas sehen mochte. Aber Bernhard G. war gerade erst in seine Wohnung zurückgekehrt, als er den langgestreckten Flur entlangschaute und am Ende desselben Licht bemerkte, welches durch den Ritz der geschlossenen Tür fiel und schwach auf den Teppich am Flurende schien.Bernhard G. hätte dem Licht vielleicht keine weitere Bedeutung beigemessen, wohnte er nicht allein in dieser Wohnung. Doch seit er vor sieben Jahren hier eingezogen, hatte außer ihm niemand die Wohnung betreten. Dessen war er sich sicher. Bernhard G. haßte es, Besuch zu haben. Selbst wenn es nur der Briefträger war, der läutete, schloß Bernhard G. die Wohnung nicht auf, weil er die Welt nur ertrug, solange es sich um seine eigenen Belange handelte. Alles, was irgendwie nicht zu seinem Leben gehörte, irritierte Bernherd G. so sehr, dass es ihn regelrecht anwiderte!

Bernhard G. blieb stockstarr in der Haustür stehen und atmete nicht, um lauschen zu könen. Doch alles was er hörte war das Blut, welches in regelmäßigen Abständen durch seine Gehörganggefäße pulsierte. Er löste sich langsam aus seiner Starre und richtete sich auf, bis er pfeilgerade im Türrahmen stand. Er sortierte seine Gedanken... Hatte er vielleicht das Licht angelassen? Unmöglich! Hatte er doch am Morgen, nachdem er schon zwei Kreuzungen weit gegangen war, noch einmal kehrt gemacht und seine Wohnung erneut betreten, um sich zu vergewissern, dass er die Kaffeemaschine auch wirklich abgestellt hatte, wie er es einige Male in der Woche tat. Undenkbar, dass er genau dann das Licht hätte brennen lassen, nein, das schien ihm unmöglich!

Warum also sonst floß Strom durch die Leitungen in eine der Lampen dort hinten, hinter der Tür am Ende des Flurs? Irgendwie mußte der Kontakt hergestellt worden sein, der per Elektrizität die Drähte der Leuchtmittel zum Glühen brachte!

Bernhard G. betrieb in den Räumen seiner Wohnung ausschließlich Lampen mit Wolframdraht. Er wollte sich nicht mit diesen neumodischen Leuchtmitteln anfreunden, die zwar so viel weinger Strom verbrauchten, ihm aber nicht konstant genug leuchteten. Nein, das mochte er nicht, wenn sich seine Wohnung, die ja ein großer Teil SEINES Lebens war, ohne sein Zutun veränderte. Er wollte allein bestimmen, wann sich etwas veränderte, hier zumal, wo er so sehr `Meins` dachte und fühlte, wie es nirgends sonst der Fall war...

...und nun brannte da hinten ein Licht, eine teure Glühbirne leuchtete, lange Zeit schon, wahrscheinlich, allein und, auch wahrscheinlich, sinnlos und erleuchtete all die leblosen Dinge und Wände da hinten, hinter der Tür am Ende des Flurs...

Bernhard G. lehnte die Tür nur an,
er schloß sie nicht laut und wollte schon losgehen, um nachzusehen, als ihm der Gedanke kam, dass, wenn tatsächlich jemand hinter der Türe wäre, dieser sich vielleicht wunderte, wenn er ihn die Tür habe aufschließen hören, sie jedoch nicht deutlich wieder ins Schloß fiele... Nein, so, das dachte Bernhard G., ginge es nicht und schloß die Tür genau so, wie er dachte, das sei ein normales Türschließgeräusch, wenn es denn so etwas gibt, wie ein normaleas Türschließgeräusch. Dann ging er, ebenfalls, um den möglichen Eindringling, der sich vor seinem geistigen Auge, aber vielleicht auch in der Wirklichkeit, hinter der Tür befand, nicht zu beunruhigen, nicht mehr als nötig, den Flur entlang, zunächst ins Bad, klappte den Klodeckel hoch, setzte sich jedoch nicht, sondern lauschte angestrengt, doch hörte er wieder nichts, was er nicht seinem Körper oder der Umgebung hätte zurechnen können. Er atmete so leise wie möglich, bis er dachte, er benehme sich wie ein Eindringling in den eigenen 4 Wänden. Er klappte den Deckel hörbar herunter, betätigte die Spülung, wusch sich die Hände und ging durch den Flur zur Küche. Er drückte die Klinke herunter und trat entschlossen ein. Er sah sich in der Küche um und fand Niemanden...

Manchmal, dachte Bernhard G. und betätigte dabei den Lichtschalter mehrfach, manchmal verstehe ich das Leben nicht. Dann ging das Leben weiter. Denn rätsel kennen keine Zeit...



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