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Interview ~ 16.05.2008


"Bin ich das wirklich?"
Leif Kramp
Datum: 16.05.2008

Patrick Dempsey hat alles, was einen Schauspieler zum Star macht: einen Schlafzimmerblick, einen penibel gepflegten Dreitagebart und ein intuitives Gefühl dafür, was Frauen wollen. Angesichts seines aktuellen Erfolges mit der Arztserie "Grey's Anatomy" (in Deutschland bei ProSieben) und romantischen Komödien aus Hollywood, in denen er dem Klischee des charmanten Womanizers nur allzu gerne entspricht, fällt es schwer zu glauben, dass der 42-Jährige es anfänglich schwer hatte, im Schauspielgeschäft Fuß zu fassen. Filme wie "Loverboy", "Can't Buy Me Love" oder "Happy Together" waren Gift an der Kinokasse und sorgten für ein frühes Karrieretief in der Biografie Dempseys. Mittlerweile ist er zum Überflieger auf allen medialen Kanälen geworden und modelt sogar für eine Designermarke. Im Interview spricht Dempsey über seinen neuen Film "Verliebt in die Braut" (seit Kurzem im Kino) und seine unsichere Zukunft als "Dr. McDreamy" in der erfolgreichsten Serie des US-Fernsehens.

teleschau: Mr. Dempsey, haben Sie die Rolle des romantischen Frauenhelden nicht langsam satt?

Patrick Dempsey: "Grey's Anatomy" ist unterm Strich ein Melodram, gerade deshalb haben mich die romantischen Komödien "Verwünscht" und "Verliebt in die Braut" interessiert. Um ehrlich zu sein, denke ich, dass es schon genug Gewalt da draußen in der Welt gibt, als dass ich dazu noch mit irgendwelchen Action-Rollen beitragen möchte.

teleschau: Also keine Lust auf etwas Neues?

Dempsey: Nun, in gewisser Weise haben Sie ja Recht: Ich würde auch gerne mal etwas düstere, dramatischere Charaktere spielen. Oder einen ganz normalen Kerl von nebenan, der in eine außergewöhnliche Situation gerät und überleben muss, ohne gleich gewalttätig zu werden.

teleschau: Für Millionen von Frauen sind Sie Dr. McDreamy, der Herzensbrecher aus dem OP. Werden Sie auch privat Ihrem Fernsehnamen gerecht?

Dempsey: Man darf nicht vergessen, allen voran ich selbst darf das nicht, dass die Rolle von einer Frau für ein weibliches Publikum geschrieben wurde. Es geht dabei um die Projektion von männlichen Qualitäten, die ich versuchen musste, zu erkunden und weiterzuentwickeln. Und tatsächlich bin ich auch privat ein hoffnungsloser Romantiker. Das Gefühl ist unbeschreiblich, jeder möchte es haben. Ohne wäre das Leben ja nur halb so schön. Aber man muss hart daran arbeiten. Es ist natürlich schwer für jemanden wie mich, privat mit drei Kindern und den Anforderungen einer Schauspielkarriere magische Momente zu erzeugen. Doch es klappt dann und wann.

teleschau: Wann gelang es Ihnen zuletzt?

Dempsey: Meine Frau und ich flogen für einige Tage an den Comer See. Es war das erste Mal seit Langem, dass wir uns einen solch romantischen Urlaub gegönnt haben. Wir entspannten einfach und ließen die wunderschöne Architektur und Landschaft auf uns wirken. Wir hatten das seltene Glück, von Versace eingeladen worden zu sein und im Seehaus der Familie zu wohnen. George Clooneys Haus liegt auch dort. Habe auch mal rübergewunken. Er ist ein netter Kerl.

teleschau: Gemeinsam führen Sie ja regelmäßig die Liste der sexiest Hollywoodstars an.

Dempsey: Das stimmt, komische Sache, nicht? Er ist immer auf Platz 1, und ich werde wohl immer die Brautjungfer sein (lacht). In der Familie lachen wir ohnehin über diese Ehrung, man sollte so etwas wirklich nicht allzu ernst nehmen. Ich bin nur froh, dass ich arbeiten kann. Interessanterweise färbt die Attraktivität meiner Rollen auf mich ab, das gehört zum Spiel.

teleschau: Nehmen Sie dann all die Gerüchte über sich im Internet ernst?

Dempsey: Ich habe schon lange aufgehört, meinen Namen zu googeln. Man liest zwar auch viele nette Sachen, aber eben auch viele unerfreuliche. Vor allem sollte man sich davon fernhalten, was all die Blogger von sich geben. Ohnehin möchte ich mich davor schützen, nicht von dem Hype, der sich schnell um die eigene Person entwickeln kann, gefangen genommen zu werden und den Kontakt zur Realität zu verlieren.

teleschau: Wenn Sie zurückblicken, trauern Sie manchen vergebenen Chancen nach?

Dempsey: Ja und nein. Manchmal denke ich, dass ich den einen oder anderen Weg, den ich hätte gehen können, vielleicht doch hätte einschlagen sollen. Doch dann kommt man schnell zu dem Schluss, dass es einfach nicht hat sein sollen. Doch die Gedanken blitzen bisweilen unwillkürlich auf: Was wäre, wenn ich damals ..? Aber ich bin sehr glücklich in meiner jetzigen Beziehung. Wir sind jetzt seit über zehn Jahren zusammen, und mein Leben hat sich schlagartig verändert, seit wir uns kennengelernt haben.

teleschau: Und Ihre Karriere startete durch ...

Dempsey: Ich hatte plötzlich ein Fundament, auf dem ich aufbauen konnte. Ich musste mich nicht mehr um meine Zukunft sorgen, sondern konnte sicherer und bewusster sein. Darauf gründet sich Erfolg: Glück im Privatleben. Und wir haben wirklich viel Spaß zusammen, und die Kinder natürlich auch.

teleschau: Sie sollen Ihre Liebe zur europäischen Kultur entdeckt haben. Was fasziniert Sie so sehr an der alten Welt?

Dempsey: Ich gebe zu: Ich möchte an jedem Ort, den ich in Europa besuche, ein Schloss kaufen. Ich liebe Europa, es hat so viel Geschichte, man fühlt all die Jahrhunderte, die Tradition - Romantik pur: Überall sieht man die Geister der Vergangenheit, was auch traurig macht, aber auf schöne Weise. Amerika ist ja eigentlich erst 200 Jahre alt. Städte sind aber ohnehin nichts für mich. Ich liebe das Hinterland. Hauptsache, es ist grün, es gibt einen See und im Winter Schnee, sodass ich mit meiner Familie Ski fahren kann. Ich bin mit Schnee aufgewachsen und vermisse ihn. Wenn man in Los Angeles lebt, wo es im Grunde nur eine Jahreszeit gibt, sehnt man sich verzweifelt nach einer Umgebung, in der man alle vier Jahreszeiten erleben kann. Ich würde jeden Wohnort Los Angeles vorziehen, obwohl es dort im Februar ganz angenehm ist. Ich besitze eine Farm in meiner Heimat, dem US-Bundesstaat Maine, wo ich zu Weihnachten immer hinfahre und wir völlig einschneien. Da muss ich mit Skiern in den Nachbarort fahren, um Milch zu holen.

teleschau: Klingt, als würden Sie regelmäßig aus dem aufgeheizten Star-Kessel Hollywoods fliehen: Haben Sie nicht gelernt, mit dem Interesse der Öffentlichkeit umzugehen?

Dempsey: Es ist eine Sache, sich daran zu gewöhnen, aber eine andere, von Paparazzi überall hin verfolgt zu werden. Ich lege großen Wert auf den Schutz der Privatsphäre meiner Familie. Ich denke, es ist nicht zu viel verlangt, trotz meiner Karriere auch in Ruhe und Freiheit mit meinen Kindern Unternehmungen zu machen, ohne dabei ständig belauert zu werden. Ich habe mich bewusst für meinen Job in der öffentlichen Arena entschieden, sie aber nicht. Was mir vor allem Sorgen macht, sind all die Videokameras, die meine Kinder aufzeichnen könnten. Wir haben zwar die Pressefreiheit, doch sollte man sich überlegen, was das im Kern bedeutet und inwiefern Kinder davon betroffen sein dürfen.

teleschau: Wie begegnen Sie dem Paparazzi-Problem?

Dempsey: Ich versuche, wirklich nett zu ihnen zu sein und zu kooperieren. Ich lasse sie ein Bild von mir schießen, und dann bitte ich sie, mich allein zu lassen. Doch manchmal interessiert sie das herzlich wenig. Das frustriert mich sehr, weil es meine Beziehung zu meinen Kindern beeinflusst.

teleschau: Wie lange werden Sie dem Team von "Grey's Anatomy" noch erhalten bleiben?

Dempsey: Mein Vertrag läuft noch die kommenden zwei Jahre. Dann müssen wir darüber reden. Die große Herausforderung, in dieser Serie mitzuarbeiten, liegt letztlich darin, dass wir 21 Episoden pro Jahr drehen müssen. Die Nachfrage nach Geschichten ist so groß, dass es wirklich schwer ist, die Qualität auf einem hohen Niveau zu halten. Ich habe manchmal den Eindruck, dass wir den medizinischen Aspekt der Serie etwas vernachlässigen.

teleschau: George Clooney hat es Ihnen mit "Emergency Room" vorgemacht: Wieso kann eine Rolle als TV-Arzt Tür und Tor für eine Hollywoodkarriere öffnen?

Dempsey: Der Schlüssel dafür liegt sicherlich in der positiven Konnotation des Arztberufes. Zu einem Doktor schaut man auf, fasst Vertrauen, man kann auf ihn zählen. Es ist also das traditionelle Image, das automatisch auf einen Schauspieler übertragen wird. Aber ich muss ehrlich sagen: Die Arztkluft zu tragen, ist wirklich angenehm. Man zieht sich einen Kittel an, und schon glaubt jeder, man ist ein echter Doktor.

teleschau: Wie viel Wert legen Sie auf Mode?

Dempsey: Ich habe da einen ganz gewöhnlichen Geschmack, mag gerne Anzüge und Hemden tragen. Dass ich jetzt ein bisschen für Versace modele, ist sicherlich auch Ausdruck dafür. Ich kann es eigentlich gar nicht glauben, dass ich zu einem männlichen Model geworden bin. Bin ich das wirklich? Schon verrückt, aber ich genieße all das sehr.

teleschau: Sehen Sie Ihre Zukunft eher auf dem Laufsteg, im Kino oder Fernsehen?

Dempsey: Der Laufsteg ist ja wohl nicht Ihr Ernst! (lacht) Ich bin mir aber noch nicht sicher, wo es hingehen soll. Fernsehen ist ein brutales Geschäft. Wenn man sich das weite Feld der Fernsehserienproduktionen anschaut, dann fällt vor allem auf, wie groß der Bedarf an originellen und qualitativ hochwertigen Geschichten ist, der natürlich auf Dauer und in der Masse schwer zu befriedigen ist. Die Gangart von Filmen ist sehr viel leichter. Fernsehen ist ein Autorenmedium, sie haben die vollständige Kontrolle. Film gehört den Filmemachern und Regisseuren. Für meine Begriffe wird es wohl das Beste sein, meinen Vertrag zu erfüllen, dem Kurs zu folgen und mich dann umzuschauen, was sich mir bietet. Ich sehe meine Karriere zum Film hin tendieren, vor allem möchte ich produzieren. Regisseur wohl eher nicht, das fehlt mir das Talent.

teleschau: Können Sie nicht mittlerweile Ihre eigenen kreativen Ideen umsetzen und sich selbst gegen die mächtigen Autoren von "Grey's Anatomy" durchsetzen?

Dempsey: Mittlerweile schon, doch in den ersten drei Jahren hatte ich keine Chance. Da musste ich mit dem arbeiten, was mir vorgesetzt wurde. Ich habe aber gelernt, mit den Autoren umzugehen und meinen Auffassungen Gehör zu verschaffen. Es ist schwer, frisch von abgeschlossenen Dreharbeiten zu einem Film zu kommen und in die Enge einer TV-Serie zurückzukehren, wo Improvisation ein Fremdwort ist und dir sogar vorgeworfen wird, wenn du ein "und" vergessen hast. Die Autoren tauen aber auf: Shonda Rhimes ist eine sehr junge Autorin, die viel Verantwortung und Erwartungen auf ihren Schultern trägt. Also muss ich ihren Arbeitsprozess respektieren, schließlich ist es ihre Show.


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