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Hilfe bei Panik Teil 2

Atmen Sie bewusst langsam und tief ein und noch langsamer aus. Dehnen Sie die Atempause zwischen Ausatmen und erneutem Einatmen künstlich etwas aus. Zählen Sie in diesen Atempausen in Einerschritten langsam z.B. von Zehn bis auf Null zurück. Beispiel: Einatmen - Ausatmen - "Zehn". Einatmen - Ausatmen - "Neun", Einatmen - Ausatmen - "Acht" usw.
Kämpfen Sie nicht gegen die körperlichen Symptome der Angst an.
Diese Symptome sind sehr unangenehm, aber ungefährlich. Sie sind allesamt ein Zeichen dafür, dass Ihr Körper bei Angstgedanken richtig reagiert. Nicht die körperlichen Symptome sind verkehrt, sondern die Gedanken, die Sie sich zu den körperlichen Reaktionen machen.
Kontrollieren Sie vielmehr Ihre Gedanken, statt Ihren Körper.
Beispiel: Wenn Sie bei Herzrasen an den Herzinfarkt Ihrer Tante denken, dann senden Sie Ihrem Körper verkehrte Signale. Der Körper meint dann fälschlicherweise, er sei in Lebensgefahr und mobilisiert restlos alles, um der (Todes-) Gefahr zu begegnen: So pumpt Ihr Herz u.a. schnell und viel Blut durch Ihren Körper, um Sie flucht- und kampffähig zu machen. Deshalb das Herzrasen.
Denken Sie ´positiv´: Beispiele: "Ja, dieser Schwindel ihr sehr, sehr unangenehm, aber ich kann ja gar nicht ohnmächtig werden. Es wäre biologisch völlig unlogisch, wenn bedrohte Lebewesen ohnmächtig würden, denn gerade dann wären sie der Bedrohung ja erst recht ausgeliefert".
Dem Verfasser dieser Seite ist übrigens auch kein einziger Fall bekannt, in welchem eine Person im Rahmen einer Panikattacke ohnmächtig wurde.
Oder: "Dieses Stechen in der Brust und das Ziehen in meinem linken Arm - nein, das ist kein Herzinfarkt! Ich brauche mir keine Angstgedanken zu machen.
In der Angst ist der Muskeltonus bei Tieren und Menschen immer erhöht. Diese muskuläre ´Vorspannung´ hat den biologischen Sinn, sofort volle Energie zum ´Kampf´ oder zur Flucht zur Verfügung zu haben".
Wenn der Angstanfall in einer speziellen Situation auftrat (z.B. Lift, Menschenansammlung, Parkgarage) und Sie diesen Ort fluchtartig verlassen haben, vermeiden Sie in Zukunft in keinem Fall diesen Ort. Am besten ist es, wenn Sie diesen Ort trotz Angstgefühlen sogar extra aufsuchen.
Haben Sie dabei keine so grosse Angst vor der Angst bzw. den körperlichen Angstsymptomen! Lassen Sie die gefürchteten Körperreaktionen ruhig aufkommen. Unser vegetatives Nervensystem sorgt selbst dafür, dass sich die Angstgefühle und die körperlichen Begleitsymptome automatisch zurückbilden, wenn wir nur lange genug in der gefürchteten Situation verweilen!
Falls ein Arzt oder eine Ärztin Ihnen in Notfallsituationen Tabletten (z.B. Lexotanil) verschrieben hat, so sollten Sie diese Medikamente nicht länger als 2 Wochen einnehmen. Ausnahme: Eine längerfristige Einnahme wurde ärztlich verordnet. Suchen Sie sich bald einen Verhaltenstherapeuten. Angststörungen sind psychotherapeutisch recht gut behandelbar.


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