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Dreifinger-Faultier

Die Dreifinger-Faultiere (Bradypodidae) sind eine Säugetierfamilie aus der Ordnung der Zahnarmen (Pilosa). Zusammen mit den Zweifinger-Faultieren (Megalonychidae) bilden sie die Unterordnung der Faultiere (Folivora). Der Name Dreizehen-Faultiere, der diesen Tieren manchmal gegeben wird, ist insofern missverständlich, als dass auch die Zweifinger-Faultiere an den Hinterfüßen drei Zehen besitzen.

Verbreitung
Dreifinger-Faultiere leben auf dem amerikanischen Kontinent, ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mittelamerika (Honduras) bis nach Südamerika. Sie fehlen allerdings im Bereich der Anden, in den Llanos-Regionen entlang des Orinocos und im Süden des Kontinents.

Körperbau
Der Körperbau der Dreifinger-Faultiere ist an eine kopfunter in den Bäumen hängende Lebensweise angepasst. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 40 bis 70 Zentimeter und ein Gewicht von drei bis fünf Kilogramm, sind also etwas kleiner als ihre zweifingrigen Verwandten. Die Gliedmaßen sind lang und kräftig, wobei die vorderen Extremitäten deutlich länger als die hinteren sind, und enden jeweils in drei Zehen, die mit scharfen, hakenförmigen Krallen versehen sind. Im Gegensatz zu den schwanzlosen Zweifinger-Faultieren haben diese Tiere einen kurzen, zwei bis neun Zentimeter langen Schwanz. Ein weiterer Unterschied liegt in der Zahl der Halswirbel. Während die meisten Säugetiere derer sieben haben (die Zweifinger-Faultiere haben sechs oder sieben), besitzen diese Tiere neun Halswirbel, was ihnen eine größere Beweglichkeit des Kopfes ermöglicht: sie können den Kopf in einem Bogen von 270 Grad drehen und erreichen so mehr Nahrungsquellen, ohne die Gliedmaßen bewegen zu müssen.

Das Fell
Ihr Körper ist von einem dichten Fell bedeckt, das sich aus einem weichen Unterfell und zottigen, dicken Haaren darüber zusammensetzt. Diese Haare sind der Länge nach gerillt und im Gegensatz zu den meisten anderen Säugetierarten vom Bauch weg gescheitelt, um ein besseres Abfließen des Regenwassers zu ermöglichen. Das Fell ist meist graubraun gefärbt, aufgrund der darin lebenden Algen und Cyanobakterien macht es oft einen grünlichen Eindruck. Dieser Effekt, der besonders stark in der Regenzeit zum Vorschein kommt, dient den Tieren als Tarnung. Männliche Tiere sind darüber hinaus durch einen gelben oder orangefarbenen Fleck am Rücken erkennbar. Das Fell dieser Tiere dient darüber hinaus mehreren Insektenarten als Lebensraum, ein einzelnes Exemplar kann eine Wohnstätte für mehr als tausend Käfer sein. Eine Schmetterlingsart, die Motte Bradipodicola hahneli, lebt sogar von ihnen. Wenn Dreifinger-Faultiere auf den Boden klettern, um zu defäkieren, verlässt die Motte das Fell ihres Wirts und legt ihre Eier in die Exkremente. Die Larven ernähren sich davon und suchen sich nach der Metamorphose einen neuen Faultierwirt.

Gesicht und Zähne
Der Kopf der Dreifinger-Faultiere ist klein und rund, die Nase erhebt sich leicht aus dem Gesicht. Die Augen sind klein, ebenso die Ohren, die im Fell verborgen sind. Gesichts- und Geruchssinn sind schlecht entwickelt. Diesen Tieren fehlen die Schneide- und Eckzähne, sie haben insgesamt 18 Backenzähne, fünf auf jeder Oberkiefer- und vier auf jeder Unterkieferseite, wobei die jeweils vordersten Zähne deutlich kleiner sind. Die Zähne sind stiftartig und wachsen das ganze Leben hindurch.

Lebensweise
Die Lebensweise dieser Tiere ist einerseits geprägt durch einen kopfunter hängenden Lebensstil, andererseits durch die nährstoffarme Ernährung, die eine äußerst energiesparende Lebensweise erfordert.

Lebensraum und Fortbewegung
Dreifinger-Faultiere bewohnen ausschließlich tropische Regenwälder, wo sie nahezu ihr gesamtes Leben in den Bäumen hängend verbringen. Sie fressen und schlafen in dieser Haltung, auch die Paarung und die Geburt erfolgt in dieser Stellung. Der Griff der Gliedmaßen und hakenförmigen Krallen ist so fest, dass die Tiere sogar nach ihrem Tod eine Weile im Geäst hängen bleiben können. Sie bewegen sich äußerst langsam fort, Schätzungen über ihre Höchstgeschwindigkeit belaufen sich auf maximal vier Meter pro Minute. Sie kommen nur auf den Boden, um zu urinieren und defäkieren – was aufgrund der niedrigen Stoffwechselrate nur alle ein bis zwei Wochen nötig ist – oder um zu einem anderen Baum zu gelangen. Diese Wechsel der Bäume geschehen aber weitaus seltener als bei den Zweifinger-Faultieren. Am Boden bewegen sie sich unbeholfen, sie krabbeln mit den Unterarmen und Sohlen der Hinterbeine vorwärts und schaffen dabei nur 2,5 Meter pro Minute. Allerdings können sie gut schwimmen.

Sozialverhalten und Aktivitätszeiten
Dreifinger-Faultiere sind Einzelgänger, die außer zur Paarung keinen Kontakt mit Artgenossen suchen. Sie bewohnen ein Gebiet von durchschnittlich zwei Hektar Größe, in ihrer natürlichen Umgebung beträgt die Bevölkerungsdichte rund sechs bis sieben Tiere pro Hektar. Im Gegensatz zu den Zweifinger-Faultieren, die hauptsächlich nachtaktiv sind, haben diese Tiere keine festen Aktivitätszeiten, die wenigen Stunden, die sie nicht schlafend verbringen, können sowohl am Tag als auch in der Nacht liegen.

Ernährung und Stoffwechsel
Die Nahrung der Dreifinger-Faultiere besteht fast ausschließlich aus Blättern, gelegentlich ergänzt durch Knospen und dünne Zweige. Sie bevorzugen dabei die Blätter der Ameisenbäume (Cecropia). Um die Nahrung möglichst vollständig zu verwerten, besitzen sie einen langen, mehrkammerigen Magen, in welchem spezielle Bakterien helfen, die Zellulose aufzuspalten.

Die Stoffwechselrate liegt 40 bis 45 % niedriger als die von Säugetieren vergleichbarer Größe, auch benötigen sie sehr lange, um die Nahrung zu verdauen. Einem vergrößerten Verdauungstrakt steht eine geringe Muskelmasse gegenüber, die nur 25 bis 30 % des Körpergewichtes ausmacht. Aus diesen Gründen ist ihre Körpertemperatur niedriger und variabler als die der meisten anderen Säugetiere. Sie liegt bei rund 34 Grad Celsius und kann im Schlaf um bis zu zehn Grad absinken. Zum Ausgleich aalen sich diese Tiere, ähnlich vielen Reptilien, häufig in der Sonne. Zu ihrer energiesparenden Lebensweise gehören auch die langen Ruhezeiten, sie verbringen bis zu 19 Stunden pro Tag schlafend, etwas mehr als die Zweifinger-Faultiere. Dieses Phänomen lässt sich auch bei anderen blätterfressenden Säugetieren, beispielsweise dem Koala beobachten.

Eine weitere Folge der niedrigen Stoffwechselrate ist, dass die Defäkation nur alle ein bis zwei Wochen nötig ist. Zu diesem Zweck verlassen die Tiere die Bäume und klettern auf den Boden. Sie graben mit ihrem kurzen Schwanz ein Loch und entleeren ihren Darm, ein Vorgang, der bis zu einer halben Stunde dauern kann. Warum die Tiere den mühsamen Weg auf den Boden unternehmen, statt ihren Stuhlgang in üblicher hängender Weise zu verrichten, ist nicht restlos geklärt. Man vermutet, dass sie auf diese Weise die Bäume düngen, um ansonsten notwendige Reisen zu entfernten Bäumen zu vermeiden.

Verhalten gegenüber Fressfeinden
Zu den Fressfeinden der Dreifinger-Faultiere zählen Jaguare, Harpyien und Riesenschlangen wie die Anakondas. In erster Linie verlassen sie sich auf ihre Tarnfarbe und ihre Reglosigkeit, im Falle eines Angriffes können sie aber erstaunlich schnell mit den Vorderpranken zuschlagen und so dem Angreifer mit den scharfen Krallen tiefe Wunden zufügen.

Fortpflanzung
In einigen Populationen der Dreifinger-Faultiere fallen die meisten Geburten in den Beginn der Trockenzeit (März bis April), während andere keine saisonale Paarungszeit kennen. Mit einem schrillen Rufen versucht das paarungsbereite Weibchen das Männchen anzulocken - diesen Rufen verdankt das Weißkehlfaultier seinen Namen „Ai“. Das Männchen reagiert, indem es sich stumm und langsam nähert. Die Paarung erfolgt in der für die Tiere typischen hängenden Lebensweise. Danach zieht sich das Männchen wieder zurück und überlässt die Aufzucht des Nachwuchses allein den Weibchen. Nach einer Tragzeit von rund sechs Monaten kommt ein einzelnes, rund 200 bis 250 Gramm schweres Jungtier zur Welt. Faultiere errichten keine Nester für das Junge, sondern tragen sie in den ersten Lebenswochen auf dem Bauch mit sich. Nach rund sechs Wochen wird das Jungtier entwöhnt, bleibt aber noch einige Zeit bei seiner Mutter: erst mit rund sechs Monaten wird es ziemlich abrupt alleingelassen und das Weibchen ist bereit für die nächste Paarung. Im dritten Lebensjahr erreichen die Jungtiere die Geschlechtsreife. Die Lebenserwartung dieser Tiere ist nicht bekannt.

Systematik
Beziehungen zu anderen Faultieren
Früher hielt man die beiden rezenten Faultierfamilien für eng miteinander verwandt, man ordnete sie sogar in eine Familie und stellte sie den ausgestorbenen bodenbewohnenden gegenüber. Jedoch beruhen die äußerlichen Ähnlichkeiten zum Teil auf konvergenter Evolution, die baumbewohnenden Faultiere sind eine paraphyletische Gruppe, da die Zweifinger-Faultiere näher mit einigen ausgestorbenen Riesenfaultieren verwandt sind als mit den Dreifinger-Faultieren. Man vermutet, dass sich die Entwicklungslinien zu beiden Familien vor rund 35 Millionen Jahren getrennt haben. Erstaunlicherweise gibt es keine fossilen Überreste von unmittelbaren Verwandten der Dreifinger-Faultiere. Eine genauere Darstellung der Beziehung innerhalb der Faultiere findet sich unter Systematik der Faultiere.

Die Arten
Das Kragenfaultier (Bradypus torquatus, manchmal auch in die Untergattung Scaeopus gestellt) ist durch lange, schwarze Haare im Nacken- und Schulterbereich gekennzeichnet, die den Eindruck einer Mähne erwecken. Sein Verbreitungsgebiet ist auf die kläglichen Überreste der Regenwälder Südostbrasiliens (Bundesstaaten Bahia, Espírito Santo und Rio de Janeiro) beschränkt, weswegen diese Art als bedrohteste Faultierart gilt.
Das Braunkehl-Faultier (B. variegatus) ist die weitestverbreitete Art der Dreifinger-Faultiere, sein Verbreitungsgebiet reicht von Honduras bis Nordargentinien, es fehlt aber im Nordosten Südamerikas. Sein Fell ist durch eine weißliche Musterung gekennzeichnet. Die wissenschaftliche Bezeichnung B. infuscatus, die vor allem in älteren Werken zu finden ist, ist ein Synonym für diese Art.
Das Ai oder Weißkehl-Faultier (B. tridactylus) unterscheidet sich von der vorhergehenden Art durch einen hellen Fleck auf der Kehle. Es kommt in Venezuela, Guyana, Suriname, Französisch-Guayana und im nördlichen Brasilien vor.
Eine mögliche vierte Art wurde 2001 von Robert Anderson und Charles Handley beschrieben, sie erhielt den wissenschaftlichen Namen B. pygmaeus und lebt nur auf der Escudo-Insel vor der Nordküste Panamas. Sie weist den für viele auf Inseln vorkommenden Tierarten typischen Zwergwuchs auf. Der endgültige Status dieser Form ist jedoch noch nicht geklärt.

Dreifingerfaultiere und Menschen
Historisches
Faultiere genossen ...
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