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Zweifinger-Faultier

Die Zweifinger-Faultiere (Megalonychidae) sind eine Säugetierfamilie aus der Unterordnung der Faultiere. Die Bezeichnung Zweizehen-Faultiere, die manchmal für die Gruppe verwendet wird, ist insofern irreführend, als dass sie nur an den Vorderfüßen zwei, an den Hinterfüßen jedoch drei Zehen aufweisen. Die Familie umfasst neben einer Reihe von ausgestorbenen Arten zwei rezente Arten, das Eigentliche Zweifingerfaultier oder Unau (Choloepus didactylus) und das Hoffmann-Zweifingerfaultier (Choloepus hoffmanni).

Verbreitung
Zweifinger-Faultiere leben in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas, ihr Verbreitungsgebiet reicht von Nicaragua bis Peru und Brasilien.

Beschreibung
Der Körper der Zweifinger-Faultiere ist perfekt an eine an den Ästen hängende Lebensweise angepasst. Das Fell der Tiere ist im Gegensatz zu den meisten anderen Säugetieren vom Bauch abwärts gescheitelt, um einen besseren Abfluss des Regenwassers zu ermöglichen. Seine Farbe variiert von gelblich bis graubraun, wobei der Kopf heller als der übrige Körper gefärbt ist, es kann jedoch durch Algen einen grünen Farbton annehmen. Die Gliedmaßen sind im Gegensatz zu den Dreifinger-Faultieren annähernd gleich lang, die Vorderfüße weisen zwei und die Hinterfüße drei Zehen auf, die allesamt in Krallen enden. Der Schwanz fehlt und der Nacken weist weniger Halswirbel auf als der der Dreifinger-Faultiere (6 oder 7). Die Schädel dieser Tiere sind kurz und relativ rund, die Ohren sind äußerlich nicht sichtbar. Schneide- und Eckzähne fehlen ihnen, sie haben nur im Oberkiefer 10 und im Unterkiefer acht oder zehn Backenzähne, Die jeweils vordersten Backenzähne sind eckzahnartig vergrößert und durch eine Lücke (Diastema) von den restlichen Molaren getrennt. Zweifinger-Faultiere erreichen eine Kopfrumpflänge von 54 bis 75 cm und ein Durchschnittsgewicht von 6 kg.

Lebensweise
Zweifinger-Faultiere verbringen nahezu ihr gesamtes Leben in den Ästen hängend, ihre Lebensweise ist aufgrund des geringen Nährwerts ihrer Nahrung auf Energiesparen ausgerichtet. Allerdings sind sie im Vergleich zu Dreifinger-Faultieren weniger wählerisch in Bezug auf ihre Nahrung, weswegen sie als „schneller“ als ihre Verwandten gelten. Auch das Schlafen, Essen, Paaren und Gebären erfolgt in der hängenden Lebensweise, sie verlassen das Geäst lediglich, um zu einem anderen Baum zu kommen oder zum Defäkieren (was aufgrund ihrer niedrigen Stoffwechselrate nur einmal wöchentlich notwendig ist). In den Bäumen können sie täglich 40 Meter zurücklegen, am Boden sind sie äußerst hilflos und schleifen ihren Körper mit den Gliedmaßen weiter. Allerdings können sie sehr gut schwimmen. Diese Tiere verbringen rund 15 Stunden pro Tag schlafend, ihre Aktivitätsperioden konzentrieren sich auf die Nachtstunden. Sie sind vorwiegend Einzelgänger, manchmal findet man jedoch mehrere Weibchen gemeinsam auf einem Baum.

Mit ihren Vorderkrallen und Zähnen können sie sich gegenüber Fressfeinden verteidigen, sie verlassen sich jedoch bevorzugt auf ihre Tarnung.

Nahrung
Zweifinger-Faultiere sind weniger wählerisch als Dreifinger-Faultiere, sie nehmen Früchte, Blätter und Knospen zu sich. Gelegentlich verzehren sie auch Insekten und andere kleine Tiere.

Fortpflanzung
Auch die Paarung der Zweifinger-Faultiere erfolgt kopfunter in den Ästen hängend. Nach rund sechsmonatiger Tragzeit kommt ein einzelnes Jungtier zur Welt. Dieses ist rund 25 cm lang und wiegt rund 300 Gramm. Die ersten Lebenswochen verbringt es an den Bauch der Mutter geklammert, mit fünf Monaten nimmt es erstmals feste Nahrung zu sich. Endgültig selbstständig wird es mit rund zwei Jahren. Weibchen werden mit rund drei Jahren geschlechtsreif, Männchen mit vier bis fünf Jahren. Die Lebenserwartung dieser Tiere liegt in freier Wildbahn bei rund 20 Jahren, in menschlicher Obhut bis zu 40 Jahre.

Bedrohung
Als Bewohner der Regenwälder leiden Zweifinger-Faultiere an deren Abholzung und dem damit verbundenen Verlust ihres Lebensraumes. Einen geringen Anteil der Bedrohung macht zusätzlich die Jagd aus, das Fleisch dieser Tiere gilt als schmackhaft. Genaue Daten über den Grad der Gefährdung liegen jedoch nicht vor.

Die Arten
Die Familie wird in zwei rezente Arten unterteilt:

Das Eigentliche Zweifingerfaultier oder Unau (Choloepus didactylus) weist sieben Halswirbel auf und ist auf das nördliche Südamerika beschränkt.
Das Hoffmann-Zweifingerfaultier (Choloepus hoffmanni) hat im Gegensatz dazu sechs Halswirbel und bewohnt ein größeres Gebiet (von Mittelamerika bis Brasilien).

Die ausgestorbenen Mitglieder dieser Familie
Die frühesten Überreste der Familie der Megalonychidae stammen aus dem frühen Oligozän (vor rund 35 Millionen Jahren) und wurden in Patagonien gefunden. Mit dem Entstehen der Landbrücke von Panama begannen die Tiere, nach Norden zu wandern, eine Art, Nothrotheriops shastensis, erreichte sogar den Yukon River in Kanada. Im Laufe der Zeit wurden die Mitglieder der Familie immer größer, die größten Tiere waren die der Gattung Megalonyx des Pleistozäns.

Faultiere der Karibischen Inseln
Auf den Großen Antillen wurden die fossilen Überreste mehrerer Faultierarten gefunden, die schätzungsweise 20 bis 70 kg wogen. Man vermutet, dass diese Arten erst vor rund 10.000 bis 5000 Jahren ausgestorben sind. Auf Puerto Rico lebte Acratocnus odontrigonus, auf Kuba Megalocnus rodens und auf Hispaniola Synocnus comes und Parocnus serus, die mit rund 70 kg schwerste Art dieser Gruppe. Ob diese Tiere Boden- oder Baumbewohner waren, ist unbekannt; man vermutet, dass die leichteren Arten zumindest teilweise auf Bäumen lebten.





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