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px biber.biberach - Animals/Nature
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Europäischer Biber

Der Europäische Biber (Castor fiber) gehört zur Gattung Biber (Castor) aus der Ordnung der Nagetiere (Rodentia).

Er ist nah mit dem kanadischen Biber (Castor canadensis) verwandt und manche Zoologen betrachten beide als Unterarten nur einer biologischen Art Biber. Gegen diese Auffassung spricht die Tatsache, dass der Europäische Biber 48 Chromosomen hat, der Kandische jedoch nur 40. Der Europäische Biber ist mit einer Körperlänge von 60 bis 80 cm etwas kleiner als sein nordamerikanischer Verwandter und weist auch noch weitere Unterschiede auf.

Vorkommen
Ursprüngliche Verbreitung
Der europäische Biber war ursprünglich fast überall in Europa und in weiten Teilen Asiens heimisch, war dann aber vor allem durch Bejagung (dichtes Fell, essbares Fleisch, Bibergeil), in geringerem Maße auch durch Vernichtung des Lebensraumes durch Rodung und Ackerbau bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts abgesehen von der Sowjetunion auf drei Restgebiete, nämlich an der mittleren Elbe, an der Rhône und in Südnorwegen zurückgedrängt worden.

Schutz und Wiedereinbürgerung
Durch konsequenten Schutz und Auswilderungen hat der Biber in den letzten Jahrzehnten ein großes 'Comeback' erlebt.

Schon in den 1920er und 1930er Jahren begann man sich des Problems des baldigen völligen Aussterbens des Europäischen Bibers bewusst zu werden und erste Schutz- und Umsiedelungsmaßnahmen wurden getroffen und Biber ausgewildert. Bei der Auswilderung von Bibern wurden in Finnland, Bayern und Österreich auch Kanadische Biber verwandt, die heute in Finnland eigene, vom europäischen Biber getrennte Vorkommen bilden. In Bayern ausgesetzte Kanadische Biber scheinen in der Population der ausgewilderten europäischen Biber aufgegangen zu sein, ebenso die wenigen nicht wieder eingefangenen kanadischen Biber in Österreich.

Bereits 1925 wurden die weißrussischen Biber unter Schutz gestellt. Zwischen 1935 und 1937 begannen die ersten Auswilderungen von Bibern in Finnland. In den 1930 Jahren wurden auch schon Biber an der Elbe umgesiedelt. Aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann man zuerst in den 50er Jahren, etwa in der Schweiz, oder in den 60er Jahren in Bayern und Österreich mit systematischer Wiederansiedelung. In den 70er, 80er und 90er Jahren wurden die Bemühungen so verstärkt, dass an vielen Stellen die Eigendynamik der Ausbreitung heute so groß ist, dass auf weitere Ansiedelungsmaßnahmen verzichtet werden kann, da der Biber wohl selbständig alle für ihn geeigneten Gebiete besiedeln kann. In den meisten Gebieten in denen solches nicht auf natürlichem Wege geschehen kann, sind Auswilderungen im Gange oder geplant.

Heutige Verbreitung
In Deutschland kommt der Biber heute wieder in weiten Teilen der neuen Bundesländer und Bayerns vor. Ein relativ großes Vorkommen des Bibers ist an der Elbe. Die dort vorkommende Art wird als Castor fiber albacus klassifiziert. Des Weiteren gibt es Bestände im Spessart und in der Rhön, in der Eifel, im Emsland und im Saarland . Am Rhein greifen die in den Nachbarländern angesiedelten Bestände an der Grenze zu Frankreich und der Schweiz sowie am Niederrhein (Bislicher Insel) wieder nach Deutschland über. Der Gesamtbestand in Deutschland dürfte damit von etwa 200 Tieren auf wieder 13 000 bis 15 000 Tiere (2004) gestiegen sein.
In der Schweiz gibt es im Jahre 2004 aufgrund von Auswilderungen, mit denen schon 1957 begonnen wurde und die 1977 abgeschlossen waren, wieder 400 bis 500 Biber. Insgesamt wurden in der Schweiz 141 Biber aus Norwegen, Frankreich und Russland freigelassen. Die Biber kommen vor allem in den Kantonen Thurgau, Zürich, Aargau, Freiburg, Waadt und Wallis vor.

In Österreich wurde der Biber in den Jahren zwischen 1967 und 1985 wieder eingebürgert. Etwa 40 Biber wurden in den Donau-March-Auen ausgesetzt, wo sie sich gut vermehrten und wo heute noch ein Verbreitungsschwerpunkt liegt. Einige der ausgesetzten Biber waren Kanadische Biber, die man aber später wieder - soweit möglich - einfing. Nicht eingefangene Tiere gingen in der allgemeinen Population auf. Weitere Tiere wanderten aus Bayern ein und bildeten eine zweite Population im Inn-Salzach-Tal. Beide Populationen beginnen auch schon zusammen zu wachsen. Insgesamt leben im Jahre 2004 in Österreich etwa 1400 Biber.

Biber kommen heute in Teilen Frankreichs, vereinzelt auch in Belgien, den Niederlanden, Kroatien, Slowenien, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien sowie verbreitet in Polen, den baltischen Staaten, Weißrussland, Russland und Skandinavien vor.

Biber fehlen bisher noch auf der iberischen Halbinsel, den britischen Inseln, in Italien und auf dem südlichen Balkan, Auswilderungen sind aber auch dort schon im Gange oder geplant.

Lebensweise
Biber leben immer in Gewässernähe, an deren Ufer sie aus abgenagten Ästen und Zweigen sowie Schlamm ihre Burg bauen. Der günstigste Lebensraum sind Flüsse und Seen mit ausgedehnten Weichholzauen. Nach neueren Erkenntnissen sind Biber aber wesentlich flexibler was Lebensraum und Nahrung angeht, als man früher glaubte.
Biber sind für ihre Dammbauten bekannt, mit denen sie Bäche aufstauen, und künstliche Teiche anlegen. Die Dämme regulieren den Wasserstand, und stellen sicher, dass der Eingang zur Biberburg ständig unter der Wasseroberfläche liegt. Gleichzeitig wachsen im Teich Wasserpflanzen und im gerodeten Uferbereich junger Weichhölzer, die dem Biber als Nahrung dienen. Im Winter, wenn die Teichoberfläche gefriert, kann der Biber im Herbst gefällte Äste unter dem Eis erreichen, und sich von der Rinde ernähren.

Der Europäische Biber hat einen weniger ausgeprägten Dammbauistinkt als der Kanadische Biber.

Untersuchungen haben ergeben, dass Biber durch plätschendes Wasser veranlasst werden, Dämme anzulegen. In genügend tiefen Gewässern oder an langsam fließenden Flüssen legen Biber daher keine Dämme an; im allgemeinen sind in solchen Lebensräumen Wasserstandschwankungen geringer, so dass eine Wasserstandkontrolle nicht zum Überleben notwendig ist.

Europäische Biber bringen für gewöhnlich zwei bis drei Junge zur Welt, etwas weniger als ihre nordamerikanischen Verwandten, die es auf drei bis vier und manchmal auch fünf Junge bringen.

Mensch und Biber
Nutztier
Ein mittelalterliches Papstedikt definierte den Biber ausgrund seines flachen, beschuppten Schwanzes und seiner amphibischen Lebensweise als zu den Fischen gehörend. Damit durfte Biberfleisch an Fastentagen gegessen werden.

Der dichte Biberfell war begehrt und führte zur intensiven Bejagung. Noch begehrter war das Bibergeil, der Duftstoff mit dem Biber ihre Reviere markieren. Es wurde in der Volksmedizin als Wundermittel angesehen und teuer bezahlt.

Verlandete Biberteiche bieten nach einigen Jahrhunderten oft ausgezeichneten Ackerboden.

Schädling
Aufgrund ihres Bäumefällens sind Biber in der Forstwirtschaft unbeliebt. Teilweise werden ausgewachsene Bäume angenagt, und dann als zu dick aufgegeben. Einzele Bäume können mit einer Manschette aus Maschendraht geschützt werden.

Dammbauten von Bibern in Straßennähe oder an Unterführungen können zu Schäden führen.







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